Dieser Bericht
wurde jeweils nach Mitternacht und mittels Einnahme von diversen Alkoholika
erstellt. Wir bitten deshalb gewisse Spitzen zu entschuldigen.
Dass bei 37 Trainingslagerteilnehmern (wie fast jedes Jahr neuer Rekord)
auch unterschiedliche Charaktere dabei sind, versteht sich von selbst.
Deshalb stelle ich dieses Jahr zuerst einmal einige Radsportler mit
ihren charakteristischen Spitznamen (entweder mitgebracht oder erst
während unseres Aufenthalts erhalten) vor: Albert,
der Schleifer (und der persönliche Friseur von Manne):
Seinen Spitznamen hat er als langjähriger passionierter Spinningtrainer
erhalten. Am Berg hat ihm das aber auch nichts gebracht. Spinning
ist halt nicht alles. Für die nötige Vitaminzufuhr sorgte
ein besonderer Service von Marcos Personal. Jeden Tag bekam Albert
am Tisch persönlich einen Teller mit Zitronenstückchen gereicht
(warum nicht, wenn’s lustig macht!).
Eine Anekdote nebenbei: Albert wollte mit dem Rad das Pantanidenkmal
besichtigen. Trotz Hightech-GPS verfehlte er sein Ziel knapp und landete
fast in der Toskana.
Seine genauen Wettervorhersagen brachten Alfred den Spitznamen „Der
Wetterfrosch“ ein. Dabei wurde er von unserer äußerst
charmanten, etwas aufgedrehten Bedienung, in perfektem Deutsch nach
seiner täglichen Prognose befragt. Wahrscheinlich war das nur
ein Vorwand, weil sie von ihm recht angetan war. Turbo-Stefan:
Spätestens 150 m nach dem Zünden verglühte er. Nach
fünf Wiederholungen war ganz Schluss. Demotiviert durch Turbo-Stefan
beim Bergzeitfahren wollten gewisse Leute ihre Laufbahn beenden und
ihr Arbeitsgerät wegschmeißen. Peter,
der Kettensprenger: Den einzigen Unfall verdankten wir (wieder
einmal) Peter, der kurz vor dem Bergzeitfahren im Wiegetritt (und
gleichzeitigem Schalten) seine Kette sprengte und aus dem Stand umfiel.
Seine Fußwunde desinfizierte er mit Gras: „Damit geht
es wunderbar“. Die Reinigung der ölverschmierten Hände
verursachte schon mehr Probleme. Uwe-Peter, der beim Zusammennieten
der Kette half, hatte auch am Ende des Trainingslagers noch dreckige
Finger.
Mit Thomas („Biergarten-Thomas“) Kneidel
sprach bei der Siegerehrung Bergzeitfahren endlich mal einer Klartext:
„Wenn ich normalerweise mit Kumpels unterwegs bin, dann steuern
wir nach spätestens 50 km einen Biergarten an.“ Dieser
fatale Trugschluss führte zu seinem Hungerast.
Nach dieser Einleitung kommen wir nun zu den einzelnen Tagen.
Zum besseren Verständnis der Abläufe des ersten Tages (Mittwoch,
30.04.2008, 104 km, 30er Schnitt, ca. 1000 HM) lassen wir zuerst einen
Teilnehmer in einer psychologischen Aufarbeitung (www.blogcha.de,
gepostet am 30. April 2008) zu Wort kommen: “Wo ich bin
ist vorne” und “Ich sage Euch, wer wann auf’s Klo
geht”, nach drei ruhigeren Anfangstagen mit den alteingesessenen
Triathlon-Kollegen, kam gestern Abend und heute Morgen der große
Trupp rund um Team-Chef und Hawaii-Veteran Manni hier im noch sehr
ruhigen Igea Marina an.
Wie geplant fing die Trainingswoche zunächst recht gemächlich
an, und so wurde der Sonntag nach 6,5-stündiger Anfahrt noch
für eine zweistündige Auflockerungsrunde ins beschauliche
Ponte Uso genutzt. Rad zusammen bauen, locker treten, wunderbar. Am
Montag ging es dann mit der 12-köpfigen Gruppe bei noch immer
sonnigem Wetter mit 110 Kilometern über zwei Pässe schon
etwas mehr zur Sache, Tempo allerdings noch immer moderat und gut
für Unterhaltungen geeignet. Am gestrigen Dienstag überraschten
uns dann die über Nacht aufgezogenen Regenwolken, so dass der
Vormittag für einen kleinen Lauf im Regen genutzt und die geplante
Ausfahrt auf den Nachmittag verlegt und verkürzt wurde. Dank
einer kleinen Extrarunde über einen hart gefahrenen 11-Prozent-im-Durchschnitt-Anstieg
zum Schluss wurde dann aber auch diese Tour zur ersten spürbaren
Belastung. “Nur zum Einrollen für die Neuankömmlinge
des heutigen Tages” (Abfahrt um 1 Uhr Nachts in Augsburg, die
Irren) stand heute dann eine Flachetappe (nur ein Pass) auf dem Programm,
die aufgrund der hohen Zahl der Teilnehmer (25 Fahrer und 3 Fahrerinnen)
in die Gruppen A, B und C unterteilt wurden. Optimistisch ob meiner
Form wollte ich mich Gruppe A anschließen, doch beim einzigen,
aber steilen und längeren Anstieg bei Monte Tiffi flogen die
guten Bergfahrer gleich mal (wieder) an mir vorbei. Immerhin konnte
ich beim rund 35-minütigen Anstieg den Anstand soweit begrenzen,
dass ich die flache und überwiegend abfallende Rückfahrt
über Cesena in der dann 7-köpfigen Gruppe A antreten konnte.
Leider.
Das eigentlich “schlimmste” war eigentlich überstanden,
was dann aber passierte überstieg meine (bisher eher raren) Vorstellungen
von einer flotten Rückfahrt. Mit zwei Ex-Hawaii-Startern (Bestzeiten
in den 90ern -> Sub9), einem mehrfachen Transalp-Bezwinger, einem
zukünftigen Sub10-Roth-Starter und einem übermotivierten
abteilungsleitenden Radjunkie wurde mächtig Druck gemacht. Die
letzten 60 Kilometer ging es somit mit einem Schnitt von knapp 40
Sachen trotz mehrerer Ortschaften, teilweise heftigem Verkehr, oftmals
schlechtem Asphalt und bei böigen Gegenwind mit Spitzengeschwindigkeiten
von 50 km/h (im fast flachen Gelände!) zurück Richtung Heimathotel.
Zwar konnte ich an Position 4 bis 6 in der Gruppe immer noch einigermaßen
mithalten, doch mit Spaß hatte das Ganze recht wenig zu tun.
Mit Vollgas über Gullydeckel, kurze Antritte auf Tempo 50, fast
blind durch die Kreisverkehre geflitzt, Tempo machen hinter Bussen,
LKWs rechts überholen, keine Zeit zum Essen und Trinken, immer
wieder kleine Löcher zufahren - alles kein Problem. Zumindest
nicht wenn man etwas wahnsinnig ist.
Auch eine Erfahrung, immerhin habe ich auch diese Etappe nach rund
105 Kilometern (ich weiß nicht wie, aber) heil überstanden.
Fest steht: morgen fahre ich ganz sicher nicht mehr in Gruppe A (=
Gruppo Manni). Die wirklich reizvolle Etappe über San Marino,
San Leo und sechs Pässe kurbel ich lieber mit den älteren
Herren der Gruppe B. Ist vernünftiger, sicherer und gesünder!
Und somit auch effektiver.
Der Teilnehmer (übrigens ein Jungfuchs) hat in seinem Bericht
mit keiner Silbe übertrieben. Was gibt es noch zu sagen zum ersten
Tag?
Der Start der Ausfahrt mit der gesamten Gruppe fand bei schönem
Wetter und mit froher Erwartung der Teilnehmer statt (noch lächelnde
Gesichter, Scherze auf den Lippen, vollen Wasserflaschen und angesichts
Marcos tollen Frühstücks vollen Kohlehydratspeichern ).
Nach einer Stunde des Einradlens ließ Manni die Gruppe anhalten
und absteigen.
Der erste Spruch und sicher nicht der schlechteste von Manni lautete:
„Natürlich sind wir alle scharf, wir haben ja drei Frauen
dabei“. Derart eingestimmt folgte schon der zweite (ähnlich
wie der oben erwähnte): „Ich weiß, wann ihr aufs
Klo müsst“. Dies führte zu Irritationen bei der
Gruppe, v.a. bei den Newcomern: Thomas Kneidl (BgT): „Selbst
bei der Bundeswehr hatte man Entscheidungsfreiheit. Aber hier gibt
man die Errungenschaften unserer Zivilisation ab.“
Die jetzt erfolgende Gruppeneinteilung in A, B und C war der Versuch
einer gewissen Organisationsstruktur. Und es klappte auch ganz gut,
wobei am Anfang nicht ganz so klar war, wer wo hingehörte (siehe
oben). „A gilt auch bergab, nicht nur bergauf“ (Manne).
Einige A-Fahrer hatten doch tatsächlich den Anschluss nach
der Bergabfahrt verpasst.
Alfred zu seinen ersten Eindrücken als Leader von B: „Wie
immer. war Gruppe B die harmonischste Gruppe.“ Gruppe B hat
sich am folgenden Tag in drei Untergruppen aufgeteilt: Gruppo Alfredo,
Klaus und Thomaso.
Herbert war der Mentor der Gruppe C. Manuela hatte zwar so ihre
Schwierigkeiten beim Bergrunterfahren, aber in der Ebene ist sie
dem Herbert davongefahren.
Auch die obligatorischen Reifenpannen ließen nicht lange auf
sich warten. Den Anfang machte Alex, nicht wie letztes Jahr Hans-Dieter
(zur Erinnerung: Pannenkönig von Carpegna), und bekam prompt
einen Rüffel von Manne: „Bei uns fährt man nicht
mit Schlauchreifen und zu kurzem Ventil
mit“. Der Reifenschaden von Chris Ammer wurde mit einem „Luftpumpenkreisel“
behoben. Weitere Pannen waren der Platten von Matthias am Donnerstag
und das abgerissene Ventil von Gerhard am Freitag.
Chris und Florian war die erste Tour zu lasch und kurz (Extratour).
Wenn das der Manne mal nicht gehört hat.
Unter Bikmap.net lässt sich die Route des ersten Tages gut
nachverfolgen
(www.bikemap.net/route/26215)
Donnerstag, 1. Mai 2008, überwiegend sonnig, (125 km, 26er
Schnitt, 2100 HM, 6 Berge, (www.bikemap.net/route/25966)
Lassen wir doch wieder oben erwähnten Teilnehmer zu Wort kommen
(gepostet am 1. Mai 2008):
Gestern angekündigt, heute eingeknickt. Die im letzten Beitrag
vorgestellte und sehr reizvolle Strecke wollte ich mir dann doch
nicht entgehen lassen, zumal mich Chef Manni wieder in Gruppe A
“verdonnerte”. 127 Kilometer, sechs Anstiege, 2100 Höhenmeter,
einen Reifenplatzer bei Tempo 50, einen schleichenden Plattfuss
und zwei Tempokreisel (logischerweise im Höllentempo) später
war ich auch heute wieder froh, wohlbehalten im Heimathafen anzukommen
und gleich zum Essenfassen durchzustarten.
Auch für morgen steht wieder ein spannendes und nicht sehr
flaches Programm (inklusive Bergzeitfahren am Anstieg nach Sogliano)
parat. Auch wenn die Konkurrenz dieses Jahr deutlich stärker
sein wird, Ziel wird es sein die Zeit vom letzten Jahr zu schlagen
und die zwei damals direkt vor mir platzierten Jungs zu knacken.
Mal sehen wie es am Ende wirklich kommt. Immerhin habe ich morgen
bereits meinen neunten Trainingstag in Folge in den Beinen.
Was gibt es noch zum Donnerstag sagen? Ach ja, Biergarten-Thomas,
der in Gruppe A mitfuhr durfte heute Mannis Einstellung zu Pausen
während der Tour erfahren: Es gibt keine!
Ständig nach der Erweiterung seines Horizontes bemüht
versuchte BgT ohne Energiezufuhr die Tour durchzustehen. Was ihm
wohl eher irgendwie sehr schlecht als recht gelang. Sein Zimmergenosse
Werner berichtete anschließend, dass BgT erst nach Zuführung
neuer Energie in Form eines Snickers (nicht Mars) in der Lage war
die Dusche zu betreten.
Das Gros der Gruppe B machte ausgerechnet im einzigen Regenschauer
des Tages oberhalb von San Leo Rast, um auf Klaus zu warten, der
um Nachzügler einzufangen nochmals den Berg runter gefahren
war. Während oben der Rest teilweise zitternd im Regen dem
Flanieren von Hochzeitsgästen einer dort stattfindenden Hochzeit
zusehen durfte (teilweise sehr schöne Ausblicke…stöckl,
stöckl…), suchte Klaus mit den Nachzüglern einen
einfacheren Weg. Letztendlich fuhr der ganze Rest, mangels Information
den Berg wieder runter, allerdings ohne die Gruppo Klaus vor dem
Nachmittagsbuffet wieder einzuholen.
Am Abend gab es nach der Vorstellung des neuen Vereinstrikots durch
Manuela und Maria die erste offizielle Kickermeisterschaft (6 Mannschaften):
Werner sprang für Kosti ein und gewann mit Gerhard prompt das
Turnier.
Fazit: Die verborgenen Kickerkünste (und damit hochgesteckten
Erwartungen) von Jürgen Metzner konnten sich teilweise nicht
bestätigen. Uwe-Peter und Jürgen schlitterten haarscharf
am zweiten Platz vorbei, die Punkt- und Tordifferenz mit Klaus und
Maria war noch identisch, jedoch hatten diese ein Tor mehr geschossen.
Maria zeigte ihr starkes Pressing im Mittelfeld allerdings erst,
nachdem sie zwei Bier getrunken hatte. Matthias zu Doc Stefan nach
der Auslosung: „Mit mir als Partner hast Du aber Pech gehabt“,
worauf dieser erhebliche Mängel an der mentalen Einstellung
seines Partners proklamierte.
Der Rest der Trainingslagertruppe nahm am verlorenen Halbfinale
der Bayern im Uefa-Cup Anteil.
Freitag, 2. Mai 2008, Bergzeitfahren (www.bikemap.net/route/26302)
Am anschaulichsten illustriert die abendliche Siegerehrung die Geschehnisse
des Tages.
Zuvor hatten die Roth’s nach dem Abendessen und den Grausamkeiten
am Berg eine Steigerung gesucht. Sie fanden sie in den Kerkerverliesen
der Heiligen Inquisition im Kloster von San Leo Sabine: „Ich
würde meinen Kindern das nicht zeigen.“
„Vorne ist verdammt weit … weg“: Unter diesem
Motto wurde das Spektakel eröffnet. Zur geistigen Stärkung
der Anwesenden gab es eine Erdbeerbowle. Die Formel lautete: 11
l Sekt + 532 Erdbeerstückchen + Wodka … + 1 l Siegersekt
(siehe Kickerturnier) von Werner.
Marktschreierisch warb Manne für sämtliche versammelten
Gewerbe.
Maria assistierte Manne nicht nur bei der Preisverleihung, sondern
auch beim Ablesen der Ergebnisse (Altersweitsichtigkeit setzt bekanntlich
ab 49 Jahren ein).
Für die Sieger beiderlei Geschlechts gab es zwei Rieeeeesen-Pokale,
für alle anderen einen Rucksack. Andreas bekam zusätzlich
Badelatschen als Schwimmflossenersatz. Trotz B-Gruppe war er sehr
gut beim Bergzeitfahren. Wahrscheinlich hat er sich nur geschont.
Dennoch schaffte er die Quali für die A-Gruppe.
Manch einer wurde von Manne nach seinem Fazit befragt.
- Stefan Stehle kurz und bündig: Rucksack und Tschüß.
- Chris Ammer Fazit: Ich bin gerne nächstes Jahr wieder dabei.
Aber dann bitte an einem Tisch ohne Herbert und seine Geschichten.
Die Antwort von Herbert: Kein Problem. Vielleicht bin ich nächstes
Jahr gar nicht mehr dabei oder ich werde mir die anderen Geschichten
anhören. Ob die dann besser sind? Thema ist ja meistens das
Gleiche.
- Thomas oder „Biergarten-Thomas“: siehe oben.
Samstag, 3. Mai 2008, Sonne pur, 160 km, 26er Schnitt, 2500 HM (Königsetappe)
www.bikemap.net/route/26856
Endlich durfte Andreas Vogts seinen Montetiffi per Rad erfahren,
mit dem er sich schon im vergangenen Jahr intensiv verbal auseinander
gesetzt hat. Mangels Pause musste er seine Brötchen inklusive
Serviette essen.
Am Montetiffi Stefan Stehle zu unserem Gruppenleader: Du Manne,
ich habe schon Krämpfe in den Beinen. Die Antwort: Du Stefan,
das interessiert mich momentan herzlich wenig.
Maria war ziemlich angefressen. Markus Gebele hatte ihr vor der
Ausfahrt versprochen, mit ihr eine eigene Runde zu fahren, wenn
es ihr zu schnell würde. Aber am Berg haben solche Versprechen
keine Langzeitwirkung, sprich, er hat sich kein einziges Mal nach
ihr umgeschaut. Infolgedessen musste sie abwechselnd von Alex und
Clemens in einem Wahnsinnstempo den Berg hochgeschoben werden, teilweise
hat Alex seinerseits den Clemens zusätzlich beim Schieben noch
unterstützt. Manne machte ein verdutztes Gesicht, als er Maria
plötzlich neben sich in der Spitzengruppe auftauchen sah.
Sein Cappuccino-Versprechen in Perticara konnte Manne „leider“
nicht einlösen, weil keiner vor ihm ankam.
Gruppe B musste, bedingt durch die ständigen, kurzen Anstiege,
anfangs immer auf Nachzügler warten.
Schliesslich teilte sich die Gruppe nochmals, da Familie Maucksch
aufgrund der Dienstreise des Papas am gleichen Tag noch abreisen
musste und der eine und der andere die Gelegenheit wahrnahm die
Strecke abzukürzen, indem er sich anschloss.
Das Tempo der verbliebenen Gruppe B wurde aufgrund der jetzt kleineren
Gruppe (nur noch 10) zügiger.
Trotz ungewohnten Terrains führten Klaus und Alfred die Gruppe
B zum preiswertesten Cappuccino der Emilia Romagna (wie hieß
der Ort am See noch?) und im Anschluss über den höchsten
Punkt der heutigen Tour: Serra S. Marco, „altezza m. 1006
s. l. m.“
Matthias zeigte sich in der Gruppe B weit unterfordert. Während
Stefan sich den Berg hochquälte, motivierte Matthias Stefan,
indem er zuerst nur mit großem Blatt und dann zusätzlich
mit nur einem Fuß eingeklickt neben ihm herfuhr. Stefan: „Unglaublich“.
Anschließend wurde in der Gruppe B der Belgische Kreisel (gelernt
ist gelernt, gell Manne) erfolgreich umgesetzt.
Gruppe A und B trafen sich wieder zum Eisessen in Santarcangelo,
wo Manne gegenüber der Eisdiele eine nahezu liegende Stellung
am Boden einnahm (vermutlich um seine letzten Reserven dem Eis-Lutschen
zukommen zu lassen). Alfred organisierte für Interessierte
anschließend noch eine Zusatzrunde nach Borghi: „ Wir
wollten schließlich 160 km fahren“!
Beim Brückensprint nutzte Uwe-Peter die Gunst der Stunde (jetzt
oder nie) und überholte die vorbeipreschende Sabine buchstäblich
auf dem letzten Meter. Uwe-Peters Dank gilt Matthias, der sich nicht
zu Schade war, sämtliche Ausreißversuche durch sein hohes
Führungstempo zu unterbinden. Turbo-Stefan zündete zwar
zwischendurch unerwarteterweise mal wieder. Aber inzwischen nicht
mehr unerwartet…….“schnauf“.
Weitere Ereignisse und Erkenntnisse an diesem Tag (und während
der ganzen Woche): Ammer Senior hat wahrscheinlich ein Rennradseminar
belegt, weil er mittlerweile die Kunst des Windschattenfahrens beherrscht.
Hans-Dieter und Uwe-Peter wurden dieses Jahr durch Diktat aus Ihrer
gewohnten Doppelbett-Liaison gerissen. Da Hans-Dieter zu Manni beordert
wurde, tat sich Uwe-Peter mit Heinrich zusammen. Dazu Matthias:
„Die werden sich jetzt gegenseitig anschnarchen“ (eine
sicher vollkommen ungerechtfertigte Äußerung!).
Doc Müller meinte, dass er unter falschen Versprechungen ins
Trainingslager gelockt wurde. Er rechnete mit max. 6 % Steigung.
Dazu unbekannt: „Ein Grappa hat ja auch 40 %. Warum soll der
Berg nicht 20 % haben.“ Er hatte so seine Probleme mit dem
Belgischen Kreisel. Die langen Anstiege meisterte er dennoch souverän
(„ich war kurz vor dem Absteigen“). Trotzdem möchte
er für nächstes Jahr versuchen Doc Winter zu motivieren.
Vielleicht gibt es dann eine eigene Ärztewertung?
Doc Stefan, der dieses Jahr an den bayerischen Meisterschaften über
100m Delphinschwimmen teilnehmen möchte, übte sich ständig
in Möglichkeiten XXXX zu tun, um seine Umgebung mit unerwarteten
Situationen zu konfrontieren. Weitergabe der Bedeutung von „XXXX“
nur auf Anfrage und lediglich an Teilnehmer des Trainingslagers….
Jürgen gliederte sich eher unauffällig in die Gruppe ein,
obwohl er meist vorne mitfuhr.
Ein Trainingslagerteilnehmer auf die Frage, wo sich Doc Stefan gerade
aufhält: „Um den kümmert sich DER ATHLETISCHE“.
Herbert war, trotz Rheumaligapass in guter Verfassung. Seine behandelnde
Ärztin hatte ihm dringend von der Belastung abgeraten. Sie
habe ihm das Cortison nicht zum Austesten seiner Leistungsgrenzen
verschrieben, sondern damit er gesund werde.
Die ebenfalls mit Handicap ins Trainingslager gegangenen Thomas
und Sabine zeigten sich in guter Verfassung. Nachdem Alex in Gruppe
A und Sabine in Gruppe B eingegliedert wurden, zeigte Sabine, dass
sie auch ohne den Alexanderzusatzschub jeden Berg meistert.
Für Gruppe B-Fahrer gab Klaus Nachhilfe im Bergrunterfahren:
„Der fährt `ne schöne Linie“
Zum Glück gab es Markus Gebele, der uns in jeder schwierigen
Situation mit seiner fahrenden Werkstatt aushelfen konnte
Maria flüchtete sich nach ihrem Kreislaufkollaps (10-km-Lauf)
am Sonntagmorgen aus dem Rettungsmobil, um rechtzeitig ihren Zug
nach Rimini zu bekommen („Habe keine Zeit für Infusionen“).
Zuvor hatte sie mehrfach wechselnde Mitfahrgelegenheiten organisiert,
aber letztendlich keine in Anspruch genommen. Trotzdem war es ihr
möglich, die Mitnahme von zwei Rädern zu organisieren.
Neben ihrem gewöhnlichen Rennrad hatte sie ihren megaturbogeilneuen
Triathlonrenner dabei (Sabine: „So ein tolles Rad würde
ich auch gerne fahren!“)
Auch sonst wurde an neuem Material einiges gesichtet. So trumpften
Stefan Stehle und Christian Ammer mit komplett neuen Rädern
(absolut keine Neckermann-Angebots-Räder) auf. Der ein oder
die andere bewegte sich mittels neuen Laufrädern nun viel leichter
den Berg hinauf (gell Sabine).
Lediglich Andi musste sich anscheinend mit zweiter Wahl-Laufrädern
begnügen, oder was bedeutet es sonst, wenn eine Speiche eine
andere Farbe (nämlich rot) aufweist?
Beide Polizeischüler waren schon um 21:00 Uhr im Bett. Unsere
zukünftigen Polizisten sind anscheinend für nächtliche
Einsätze nicht geeignet. Pulver tagsüber verschossen?
Sie hielten sich beim Bergzeitfahren - für alle unerklärlich
- auffällig zurück.
BgT schwärmte im Anschluss an das Trainingslager von den Anti-Hungerast-„Schweißsemmeln“.
Definition: „Die Schweißsemmel ist eine morgens beim
Frühstück vorbereitete, nach Belieben mit Wurst, Käse
oder Schinken belegte Semmel, die in eine Serviette gewickelt, in
der Trikottasche des Radlers durch Körperwärme, Ausdünstung
und Druck mürbe geritten und drüsisch mit wichtigen Mineralien
angereichert wird.“
Marco, unser Lieblingssponsorhotelier hatte seit letztem Jahr weiter
renoviert. Zu Service und Verpflegung kann man sich wie jedes Jahr
nur wiederholen (wird für Nichtteilnehmer und Nurberichtleser
wohl schon langweilig): Einfach klasse! „Warum habe ich nach
dem Trainingslager eigentlich immer ein höheres Gewicht als
vorher?“
Am Sonntag, den 04.05 2008 radelte eine durch vorzeitige Abreisen
geschwächte Gruppe noch „ganz locker“ über
Bhorgi, Soliano und Ponte Uso aus. Dazu Daniel: „Da hat er
es uns mal wieder allen gezeigt“ Preisfrage: Wer ist damit
wohl gemeint?
Eben jener entdeckte am letzten Tag auch einen Wadendoppelgänger
von Alfred. Bisher dachte Manni es gäbe nur Alfred mit solchen
Waden, aber in Italien gibt es offensichtlich einen weiteren dieser
Spezies.
Apropos Waden: Kurz vor der Abreise zeigte Andi, dass er seine entsprechende
Muckies auch nicht verstecken muss (ist fotografisch dokumentiert,
also doch Gruppe A).
Unser Dank geht an die Co-Autoren und Berichtretter Christian und
Uwe-Peter |