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"Seit 2005 sind wir offen für Frauen"  
 

Wer hätte das gedacht! Seit diesem Jahr haben wir eine Frauenwertung. Na, wenn das keine Neuerung ist! Und dann gleich drei. Toll! Letztes Jahr musste Manne noch einer Weltmeisterin in mehreren Laufdisziplinen absagen. Eine Frau unter soviel Männern! Ja, ja wie sich die Zeiten ändern. Die Emanzipation macht nicht mal mehr vor dem Rennradfahren halt.

Ansonsten ein Trainingslager wie gehabt? Von wegen! Das Wetter war fantastisch (die Sonnenliegen waren ungewöhnlich schnell belegt), 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (ein neuer Rekord), Brückensprints, D-Züge, Attacken ohne Ende, 600 km und 8000 HM in fünf Tagen! Was soll man dazu noch sagen! Es lässt sich noch viel mehr sagen:

Unsere „Neuen“ Alexander und Sabine Roth – das erste Ehepaar überhaupt - bissen sich in bewundernswerter Weise durch. In dieser Form gewinnen sie ihre Klasse beim diesjährigen Transalp bestimmt. Perfekt aufeinander abgestimmt gaben sie keinen Zentimeter preis. Alexander schob Sabine manchmal am Berg an, was ihre Leistung aber um nichts schmälerte. Sie war von Anfang an immer vorne mit dabei und bot eine klasse Leistung. Am Tag unserer Königsetappe gewann sie sogar die letzte “Brückensprintwertung“! Und der dritte Platz von Alex beim Bergzeitfahren spricht ja wohl für sich!

Dieses Jahr hatten wir eine weitere Premiere: ein Tandem war mit dabei und mit Monika Hecht und Ernst Polz erstklassig besetzt.

Es zeichnete sich schon im Vorfeld der schweren Bergetappen ein Generationenkonflikt ab. Unsere jüngste Teilnehmerin, Maria stellte Manne auf einer Etappe die Frage: „Manne, fahrst Du scho heim?“, als die Gruppe sich trennte und er weiter hinten war. Manne nach der Ausfahrt: „Vor lauter Schreck habe ich alles stehen lassen und bin nach vorne gefahren.“

Peter Speer biss sich wie immer durch. Das ging dann so weit, dass Manne ihn auf einer Etappe aus dem “Rennen“ nehmen musste. Man muss nämlich wissen, dass Peter ein Phänomen ist. Eine Woche später startet er mit wenigen Kilometern in den Beinen beim Regensburgmarathon und das war mit Sicherheit nicht sein letzter Wettkampf in diesem Jahr. Wo nimmt der Peter nur die Kraft her? Zu Romeo ist eigentlich schon alles gesagt. Immer zu Späßen aufgelegt, halt ganz Italiener. Trotz seines Kugelbäuchens, das sich unter dem T-Shirt mit der Aufschrift „ ... „ abzeichnete, konnte er gut mithalten, war aber auch schon seit drei Wochen in Italien mit über 1000 km in den Beinen.

Heinrich war der Newcomer des Jahres 2005. Immer vorne mit dabei, angriffslustig. Ja, so wird uns nicht bange um den Nachwuchs!

Mit von der Partie war auch wieder Wolfgang, der beim Essen immer so viel auf den Teller aufschaufelt und meist als letzter den Tisch verlässt. Wo wandert nur das ganze Essen hin? Am Radfahren und Laufen allein kann’s auch nicht liegen, dass er so einen Hunger hat!

Thomas war schon zwei Tage früher da, weil er dieses Jahr unbedingt die verdammte 6-Stunden-Marke beim Dolomitenmarathon knacken will. Sogar ein Trainingslager auf La Palma hat er in diesem Jahr schon hinter sich gebracht! Wenn er sich nur mal nicht verzockt! Gegönnt sei’s ihm ja. Wird schon klappen. Schau mer mal.

Mit Jürgen, Werner und Stephan kam am zweiten Tag die Münchner Fraktion. Während sich Jürgen voll und ganz auf die “Deutsche Triathlon Meisterschaft“ konzentriert (von dieser Stelle noch mal Alles Gute), bereitet sich unser „Dok“ Stephan auf den Ironman in Frankfurt vor (auch Alles Gute). Leider erlitt Stephan, der sich gut durchbiss, am letzten Tag eine tiefe Schnittwunde und musste ärztlich versorgt. Auf diesem Wege gute Besserung und toi, toi, toi beim Ironman! Man muss sich aber keine Sorgen machen, dass er durchkommt.

Werner entpuppte sich als exzellenter “Bergabraser“, was von Manne wohlwollend aufgenommen wurde. Endlich mal einer, mit dem man sich duellieren kann. Bloß aufpassen, dass einem nicht der Reifen platzt, gell Manne!

Aber auch die anderen fuhren die Berge Kamikaze hinunter. Zwei etwas tollpatschige junge Hunde am Wegesrand verdankten nur der Tatsache ihr Leben, dass sie sich geistesgegenwärtig in den Graben fallen ließen. Ansonsten wären sie wohl unter die Räder – oder in die Speichen - gekommen.

Daniel duellierte sich mit Manne bei Bergabfahrten. Auf dem folgenden Bild hat er aber wohl etwas zu früh gejubelt! Oder war er zu schnell für den Photographen?

Und dann kam der Tag der Wahrheit: das Bergzeitfahren. Äußerst akribisch geplant, damit einigermaßen eine Chancengleichheit erhalten blieb. Manni und Christian suchten sich einen Berg aus, der zwar hart an der Grenze des Machbaren war, aber an dem keine Ausfälle zu befürchten waren. Und dann standen wir am Fuße des Berges und hatten alle zittrige Knie. Wer das abstreitet, der lügt! Im Abstand von einer Minute starteten die scheinbar besten, während der Rest des Feldes einen Massenstart hinlegen musste. Klaus vermutete, dass damit die bestraft wurden, die am Vortag nur die kurze Runde gefahren waren. Reine Spekulationen! Es half nichts: alle mussten rauf. Egal wie, egal wie lang, Hauptsache rauf! Alfred entledigte sich noch des Inhalts einer Trinkflasche, um einige Sekunden gut zu machen. Gebracht hat’s ihm vermutlich trotzdem nicht viel.

Herbert Müller, der das ganze normalerweise gemütlicher angehen lässt, sah vom Feld nach eigenen Aussagen nur noch eine Staubwolke. Lag wohl an der Hitze. Es ging teilweise am Berg schon an die 30° C ran. Viel Trinken war Pflicht. Manne durfte sich bei der Siegerehrung ein Käppi aufsetzen, das seine Tochter Karo bei der letztjährigen Tour de France von einem Betreuer der Richard-Virenque-Equipe bekommen hatte. Unser selbstgekrönte Bergzeitfahrkönig hatte es zuvor etwas spannend gemacht. Und so mancher dachte sich vermutlich schon schadenfroh, dass unser großer Meister sein Zepter nun wohl abgeben müsse. So kann man sich täuschen! 8:35 auf 2,75 km und 180 HM bei einer mittleren Steigung von 6,2 % ist aber auch eine verdammt gute Zeit. Am nächsten kam ihm noch Hans-Dieter (auch keine wirkliche Überraschung) mit 8:54.

Müller Herbert – unser Auswerter – kam zu einem ganz anderen Schluß. „Wenn man das Systemgewicht (setzt sich aus dem eigenen Körpergewicht und dem des vollbeladenen Fahrrads – inklusive Trinkflaschen – zusammen) hernimmt, dann lässt sich mit Hilfe einer bestimmten Formel (vermutlich E=mc²) die erbrachte Wattzahl eines jeden einzelnen Fahrers ausrechnen.“ Hä, alles verstanden? Und nach dieser Rechnung war Herbert Schröter der große Gewinner. An seine Leistung kam keiner ran. Zum Glück fand diese Berechnung keine Beachtung. Na, da lassen wir es lieber bei der alten!

Unser Peter Pfeil vertrug wohl die Bowle nach der Siegerehrung nicht. Wie sonst lässt sich erklären, dass er zu später Stunde von einer Person, die nicht genannt werden will, voll angezogen (inklusive Schuhe) auf seinem Bett liegend vorgefunden wurde und (Zitat) “keinen Zucker mehr tat“. Also Peter, die Bowle war ja wirklich harmlos!

Und dann war da ja auch noch die Königsetappe! Die Reihen lichteten sich langsam aber sicher. Letztendlich waren es noch acht verwegene Fahrer, die bis zum Schluss durchhielten. Klaus, Herbert, Romeo, Maria und Costi vergnügten sich am Abend noch ein bisschen beim Kartfahren und auf der Promeniermeile von Cessenatico. Sie hatten auf der Königsetappe anscheinend nicht so viele Körner verbraucht. Die anderen hingegen fielen nach und nach todmüde ins Bett.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Manne sorgte mit der obligatorischen Eintütungsaktion für Beschäftigung nach dem Hartz-4-Gesetz. Oder waren es 1-Euro-Jobs? Ach, was weiß denn ich! Es hat den Beteiligten jedenfalls komischerweise viel Spaß gemacht. Wir werden aber von Jahr zu Jahr auch immer anspruchsloser. Unsere Abende waren jedenfalls ausgefüllt.

Ach ja, fast hätte ich es vergessen! Und dann beging einer ein Sakrileg (der Name wird an dieser Stelle nicht genannt, nennen wir ihn nobody): er brachte das geheiligte Rad unseres hochverehrten Manne zu Fall. Man kann sich vorstellen, wie unser Herz für eine Sekunde zum Schlagen aufhörte und in die Hosentasche rutschte. Manne sah aber gnädig darüber hinweg. Und nicht nur das: er genehmigte uns und natürlich auch sich am Ende der Königsetappe ein Eis und auch sonst manche Tasse Cappuccino.

Vielen Dank dafür! Das hat sicher manchem das Leben gerettet. Manne ist halt auch ein Wohltäter.



Live Berichterstatter Daniel Speinle
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